Übergewicht: Die Waage zeigt bei immer mehr Menschen in Deutschland zu viel an. Neue Daten des Statistischen Bundesamtes für 2025 belegen, dass mittlerweile 53,4 Prozent der Erwachsenen übergewichtig sind. Fast jeder Fünfte (17,9 Prozent) leidet sogar unter starkem Übergewicht, der sogenannten Adipositas. Dass Übergewicht das Risiko für Herzinfarkte oder Diabetes erhöht, ist weitgehend bekannt. Doch die überschüssigen Kilos belasten auch unsere urologische Gesundheit und gefährden Nieren und Blase sowie Potenz und Fruchtbarkeit des Mannes.

 

Neue Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt: Vor allem Männer bringen zu viele Kilos auf die Waage

 

Männer sind dem Statistischen Bundesamt zufolge besonders betroffen: Demnach brachten zwei Drittel (62,6 Prozent) von ihnen 2025 zu viele Kilos auf die Waage. Ihr Body-Mass-Index (BMI) lag über 25 – ab diesem Wert gelten Erwachsene laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als übergewichtig. Ein Fünftel (19,9 Prozent) der Männer galt mit einem BMI über 30 als adipös. Bei den Frauen waren im vergangenen Jahr 43,8 Prozent übergewichtig und 15,8 Prozent adipös. Im Durchschnitt wiegt ein Mann heute 86,5 Kilogramm, eine Frau 69,7 Kilogramm.

 

Übergewicht hat Auswirkungen auf Nieren und Blase, auf Potenz und Fruchtbarkeit des Mannes

 

Die Folgen von Übergewicht und Adipositas für die urologische Gesundheit sind vielfältig und können sowohl Männer als auch Frauen betreffen.

  • Erhöhtes Risiko für Nierenkrebs

Nierenkrebs, medizinisch Nierenzellkarzinom genannt, ist die dritthäufigste urologische Tumorerkrankung und eine der Krebserkrankungen, die im Zusammenhang mit starkem Übergewicht steht. So ist Übergewicht nach aktuellem medizinischem Stand ein gesicherter Risikofaktor für die Entstehung von Nierenkrebs – ebenso wie Rauchen und Bluthochdruck. Nichtrauchen und ein gesundes Körpergewicht zu halten, sind folglich die wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

  • Mehr Harnsteinerkrankungen

Übergewicht und ungünstige Ernährungsgewohnheiten begünstigen außerdem die Entstehung von schmerzhaften Harnsteinerkrankungen. Harnsteine können sich im gesamten Harntrakt bilden und werden je nach Lage als Nierensteine, Harnleitersteine oder Blasensteine bezeichnet. Zunehmendes Übergewicht der Bevölkerung gilt als ein wesentlicher Grund für die steigende Zahl von Harnsteinerkrankungen in den westlichen Industrieländern.

  • Häufigere Harninkontinenz

Übergewicht oder Adipositas erhöhen zudem das Risiko, eine Harninkontinenz zu entwickeln, da die zusätzlichen Kilos u.a. verstärkten physikalischen Druck auf die Blase und den Beckenboden ausüben. Die gute Nachricht: Kalorien zählen lohnt sich. Schon eine Gewichtsreduktion um fünf bis zehn Prozent kann eine Belastungsinkontinenz, also den unwillkürlichen Urinverlust beim Heben, Husten oder Lachen, deutlich verbessern.

  • Eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit

Dass Übergewicht die Fruchtbarkeit der Frau einschränken kann, ist meist gut bekannt. Überschüssige Pfunde können aber auch negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit des Mannes haben, da das männliche Sexualhormon Testosteron im Fettgewebe vermehrt in das weibliche Hormon Östrogen umgewandelt wird und ein niedriger Testosteronspiegel die Spermienproduktion beeinträchtigen kann.

  • Erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rauchen oder psychischem Stress zählt auch Übergewicht zu den Risikofaktoren für Erektionsstörungen, die sich häufig gegenseitig bedingen und verstärken. Auch hier führt das überschüssige Körperfett, vor allem am Bauch, zu einem niedrigen Testosteronspiegel und begünstigt damit Erektionsprobleme. Gleichzeitig fördert Übergewicht die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), welche die feinen Blutbahnen im Penis schädigt, die für eine stabile Erektion notwendig sind.

 

Fazit: Die Folgen von Übergewicht und Adipositas für die urologische Gesundheit sind vielfältig und betreffen vor allem ein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs, Harnsteinerkrankungen und Harninkontinenz, für Erektionsstörungen und für eine eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit. Angesichts von aktuell weiter steigendem Übergewicht in Deutschland ist eine Gewichtsreduktion auch aus urologischer Sicht vielfach dringend angezeigt – zum Schutz von Nieren und Blase, Fruchtbarkeit und Potenz.

 

Weitere Informationen

Viele weitere Informationen zu den genannten urologischen Erkrankungen finden Sie natürlich hier auf der Website der Urologischen Stiftung Gesundheit.

Nierenkrebs:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/nierenkrebs/

Harnsteinerkrankungen:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/harnsteine/

https://urologische-stiftung-gesundheit.de/studie-zeigt-uebergewicht-erhoeht-auch-bei-kindern-ab-beginn-der-pubertaet-bzw-jugendlichen-das-risiko-fuer-nierensteine/

Harninkontinenz:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/harninkontinenz/

Erektionsstörungen:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/erektionsstoerungen/

Männliche Unfruchtbarkeit:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/infertilitaet/

 

Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes lesen Sie unter folgendem Link:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_23_p002.html