Der 6. Juni 2026 ist mehr als nur ein Datum im Kalender: Es ist der diesjährige bundesweite Tag der Organspende und damit ein guter Anlass, sich über die Organspende und die Bedeutung einer persönlichen Entscheidung für oder gegen eine Spende zu informieren. Gelegenheit dazu gibt es aktuell bei zahlreichen lokalen Aktionen sowie auf der zentralen Veranstaltung zum Tag der Organspende, die in diesem Jahr in Leipzig stattfindet und in den sozialen Medien verfolgt werden kann.

 

Urologinnen und Urologen begrüßen den Tag der Organspende

 

Urologinnen und Urologen, die in ihrem medizinischen Fachgebiet Nieren transplantieren und das Leid ihrer Patienten auf der Warteliste kennen, begrüßen den Tag der Organspende als wichtige Gelegenheit, das Thema Organspende und den Mangel an Spenderorganen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Der Aktionstag steht unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ und wird erneut von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) und dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA) sowie den Patientenverbänden Lebertransplantierte Deutschland e.V., dem Bundesverband der Organtransplantierten e.V. und dem Bundesverband Niere e.V. veranstaltet.

 

In den sozialen Medien verfolgen: die zentrale Veranstaltung zum Tag der Organspende 2026 in Leipzig

 

Die zentrale Veranstaltung zum diesjährigen Tag der Organspende findet im Rahmen des Leipziger Stadtfestes am Samstag, dem 6. und Sonntag, dem 7. Juni 2026 statt. Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus Information, Dialog und Gedenken. Es gibt Informationsstände, Talks zur Organspende auf den Bühnen des Stadtfestes und auch die Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ wird vor Ort sein und sichtbar machen, was Organspende für die Transplantierten bedeutet.

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und zu Live-Berichten auf Instagram sind unter folgendem Link zu finden: https://www.organspende-info.de/ueber-uns/events/tag-der-organspende-2026/. In vielen Regionen, Städten und Gemeinden gibt es darüber hinaus lokale Aktionen zum Tag der Organspende.

 

Der Mangel an Spenderorganen in Deutschland bleibt groß

 

Dass die Zahl der Organspenden laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 2025 den höchsten Stand seit 2012 erreicht hat, ist ein ermutigendes Signal. Im Jahr 2025 haben demnach in Deutschland insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet – das sind 32 mehr als im Jahr 2024.

Dennoch reicht die Zahl der Organspenden bei Weitem nicht, um allen Erkrankten auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen. Ende 2025 standen der Stiftung zufolge hierzulande über 8.000 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen (über 6.200) warteten auf eine Spenderniere.

Transplantiert werden hierzulande Nieren, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Darm. Voraussetzung für jede postmortale Organspende ist der ärztlich zweifelsfrei festgestellte irreversible Hirnfunktionsausfall („Hirntod“). Doch immer wieder müssen einige Erkrankte aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht, so die DSO.

 

Hoffnung auf mehr Organspenden: neuer politischer Anlauf für die Einführung der Widerspruchslösung

 

Doch es gibt neue Hoffnung, die Zahl lebensrettender Organspenden zu erhöhen: So hat wenige Wochen vor dem diesjährigen Tag der Organspende eine fraktionsübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten einen Gesetzentwurf für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende vorgestellt und damit eine neue politische Debatte gestartet.

Bei der nun erneut diskutierten Widerspruchslösung soll grundsätzlich jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch als möglicher Organspender gelten, sofern er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Für diesen Weg spricht sich auch die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Urologinnen und Urologen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., seit Langem aus.

Nach der heute in Deutschland geltenden Entscheidungslösung – juristisch eine erweiterte Zustimmungslösung – darf eine Organentnahme nur erfolgen, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat oder die Angehörigen nach ihrem mutmaßlichen Willen entscheiden. Liegt keine dokumentierte Erklärung vor, müssen die Angehörigen diese schwere Entscheidung in einer ohnehin belastenden Situation treffen. Deshalb ist es so wichtig, die eigene Entscheidung schriftlich festzuhalten.

 

Die Entscheidung zu Lebzeiten festhalten und Angehörige entlasten

 

Der Tag der Organspende am 6. Juni ist ein guter Anlass dafür. Nutzen Sie die digitalen Angebote oder Aktionen vor Ort, um sich zu informieren und mit ihrer Entscheidung ein persönliches Zeichen zu setzen. Sie können Ihren Willen online im neuen Organspende-Register, in einer Patientenverfügung oder auf dem klassischen Organspendeausweis festhalten. Jede dokumentierte Entscheidung, ob für oder gegen eine Spende, zählt und entlastet Ihre Angehörigen im Fall der Fälle.

Dass die große Mehrheit (85 Prozent) der Menschen in Deutschland einer Organ- und Gewebespende positiv gegenübersteht, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG). Trotzdem haben demnach nur 62 Prozent der Befragten eine persönliche Entscheidung zur Organspende getroffen und lediglich 45 Prozent haben ihren Entschluss in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung fixiert. Der 6. Juni könnte mehr Menschen dazu bewegen, diese wichtige Entscheidung zu treffen.

 

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Tag der Organspende sowie allgemeine Infos zur Organspende, zum neuen Organspende-Register oder zur Repräsentativbefragung des BIÖG finden Sie unter folgendem Link: www.organspende-info.de

Aktuelles zur Lebendnierenspende lesen Sie hier auf der Website der Urologischen Stiftung Gesundheit, denn nach der jüngsten Reform des Transplantationsgesetzes wird es künftig mehr Möglichkeiten geben, eine Spenderniere zu erhalten: https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ueberkreuz-lebendnierenspende/