Ob Karneval, Fasching oder Fastnacht: Wir nähern uns dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit und damit dem närrischen Treiben rund um Weiberfastnacht und Rosenmontag – bis am Aschermittwoch dann bekanntlich alles vorbei ist. Doch die tollen Tage der Straßenumzüge und leichten Kostüme in klirrender Februarkälte stressen unsere Blase und es kommt schnell zu einer schmerzhaften Blasenentzündung (Zystitis). Aber woran liegt das? Und wie können Narren und Jecken am besten vorbeugen? Antworten finden Sie hier – damit Sie möglichst ohne „Karnevals-Zystitis“ durch die närrische Zeit kommen.
Wie entsteht eine schmerzhafte Blasenentzündung?
Die Blasenentzündung zählt zu den häufigsten Infektionserkrankungen und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Häufiger Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sind typische Anzeichen.
Dabei handelt es sich um eine Infektion der Harnblase, die meist durch Bakterien, seltener durch Viren oder Pilze ausgelöst wird. In den meisten Fällen ist das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) der Verursacher. Es kann über die Harnröhre in die Blase gelangen und zu einer Entzündung der Innenwand der Blase führen – bei Frauen geschieht das leichter, da ihre Harnröhre kürzer ist als die von Männern.
Die Übertragung erfolgt häufig durch eine Schmierinfektion, etwa wenn Bakterien aus dem Darmbereich in die Harnröhre gelangen oder beim Geschlechtsverkehr. Zusätzlich kann Kälte, zum Beispiel durch einen unterkühlten Unterleib oder kalte Füße, das Risiko für eine Blasenentzündung erhöhen. Unterkühlung bildet zwar keine Bakterien, aber sie schwächt die lokale Immunabwehr, sodass die Erreger leichteres Spiel haben.
Warum Karneval die Blase stresst
In der fünften Jahreszeit begünstigen mehrere Faktoren eine Infektion:
- Unterkühlung ist einer dieser Faktoren. Wer im Straßenkarneval stundenlang auf kaltem Asphalt unterwegs ist, oder draußen auf den Einlass wartet, kann im frostigen Februar schnell unterkühlen. Kalte Füße oder ein kalter Unterleib durch das Sitzen auf kühlen Untergründen (z. B. Mauern) verringern die Durchblutung der Schleimhäute im Beckenbereich, wodurch die körpereigene Abwehr es schwerer hat, erfolgreich gegen Bakterien vorzugehen.
- Dünne und knappe Kostüme, die eher auf Optik als auf Wärme ausgelegt sind, verstärken diesen Effekt.
- Alkohol ist ein weiterer Stressfaktor für die Blase, weil er entwässernd wirkt. Wer in Feierlaune zu wenig Wasser trinkt, sorgt dafür, dass die Harnwege seltener durchgespült werden, was Bakterien Zeit gibt, sich zu vermehren.
- Hygiene ist auf Großveranstaltungen bekanntlich ein schwieriges Thema. Auföffentlichen Toiletten oder in mobilen Toilettenhäuschen finden sich Erreger oft an Wasserhähnen, Türgriffen oder Lichtschaltern. Damit steigt die Gefahr von Schmierinfektionen.
- Auch nicht ganz unwichtig: Sexuelle Aktivität begünstigt ebenfalls eine Blasenentzündung bei Frauen, da Bakterien aus dem Intimbereich beim Geschlechtsverkehr über die Harnröhre in die Blase gelangen können.
5 Tipps gegen eine Blasenentzündung im Karneval
Damit Sie die tollen Tage möglichst ohne „Karnevals-Zystitis“ genießen können, sind fünf einfache Vorsorgemaßnahmen hilfreich:
- Warmhalten: Beim Kostüm bietet sich das Zwiebelprinzip an.Tragen Sie draußen Thermounterwäsche oder Funktionskleidung unter dem Kostüm. Für warme Füße sorgen Einlegesohlen und dicke Socken. Warmhalten ist ein wichtiger Schutzfaktor gegen Infektionen der Harnwege.
- Nicht auf Kaltes setzen:So verlockend die Steinmauer am Straßenrand auch ist – vermeiden Sie direkten Kontakt mit kalten Flächen. Hier kann beim Warten auf den Zug ein faltbares Thermokissen als Sitzunterlage dienen.
- Viel Alkoholfreies trinken:Spülen Sie Ihre Blase regelmäßig durch. Trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee, um Bakterien keine Chance zum Ansiedeln zu geben.
- Regelmäßig Wasserlassen: Nutzen Sie draußen beispielsweise die Toilettenwagen, die entlang der Zugwege aufgestellt sind, denn wer lange anhält, gibt Bakterien die Möglichkeit, sich in der Blase zu vermehren. Auch gut zu wissen: Rasches Wasserlassen nach dem Sex hilft, Bakterien auszuspülen, bevor sie in die Blase aufsteigen können.
- Hygiene beachten:Achten Sie dabei bestmöglich auf die Hygiene. Um das Risiko für Schmierinfektionen auf öffentlichen Toiletten zu senken, hilft gründliches Händewaschen. Gegebenenfalls können auch Feuchttücher oder Desinfektionsgel nach dem Kontakt mit Wasserhähnen, Türgriffen oder Lichtschaltern nützlich sein. Ganz wichtig für Frauen: Nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten wischen!
In diesem Sinne: Helau, Alaaf – oder wo immer Sie feiern – Narri-Narro, Ahoi, Alleh Hopp, Hei-Jo oder Awaaf und einen guten Start in die heiße Phase der fünften Jahreszeit!
Was tun, wenn es trotzdem beim Wasserlassen brennt?
Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Symptome einer Blasenentzündung, wie ständiger Harndrang, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, auftreten, dann liegt wahrscheinlich eine Blasenentzündung vor. Viel Trinken, auch in Form spezieller Blasentees, kann helfen, Krankheitserreger aus der Blase zu schwemmen. Sollten diese Maßnahmen nicht schnell anschlagen, dann ist ein Besuch beim Arzt angezeigt. Bestätigt sich dort der Verdacht auf eine Blasenentzündung, wird in aller Regel ein Antibiotikum verschrieben. Dieses erfolgt häufig in Kombination mit Schmerzmitteln bzw. entzündungshemmenden Substanzen.
Weitere Informationen zum Thema Blasenentzündung finden Sie unter den nachfolgenden Links hier auf der Website der Urologischen Stiftung Gesundheit:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/organe-und-haeufige-erkrankungen/haeufige-erkrankungen-der-harnblase/blasenentzuendung-ursachen-symptome-und-behandlung/
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/schmerzen-beim-wasserlassen-ursachen-und-selbsthilfe/
