Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach plant aktuell eine große Klinikreform, die nach Ansicht von Ernährungsmedizinern auch die Möglichkeit bietet, die Ernährungssituation an deutschen Kliniken zu verbessern. Ganz konkret geht es den Ernährungsmedizinern zum Beispiel um Krebspatienten, chronisch Erkrankte oder ältere Menschen. Diese seien unter den gegenwärtigen Bedingungen oft stärker von Mangelernährung bedroht. Die Versorgung im Krankenhaus orientiere sich nur unzureichend am tatsächlichen Ernährungszustand und Nährstoffbedarf der Patienten. In der Folge komme es zu einer Mangelernährung, welche den Krankheitsverlauf, aber ebenso den Heilungsprozess negativ beeinflussen könne. Die Prognose verschlechtere sich dadurch, indem die Komplikationsrate und das Sterberisiko zunehmen, heißt es in der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). Um Mangelernährung in der Klinik zu vermeiden, sollten nach Auffassung der DGEM und 24 weiterer Fachgesellschaften – darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), die diese Initiative unterstützt –, zusätzlich folgende Punkte in der Klinikreform umgesetzt werden:

  1. Für alle stationär behandelten Patienten soll routinemäßig bereits bei Krankenhausaufnahme ein Screening auf Mangelernährung erfolgen.
  2. Patienten mit einem Risiko für Mangelernährung erhalten ein Ernährungsassessment, d.h. eine umfassende Diagnose von Ernährungsproblemen, und einen individuellen Therapie- und Ernährungsplan.
  3. Krankenhäuser sollen darüber hinaus zukünftig fest über ernährungsmedizinische Teams verfügen.
  4. Die dauerhafte Ernährungskompetenz im Krankenhaus ist abschließend mit ausreichenden personellen und finanziellen Mitteln abzusichern.

Wie wichtig die Ernährung beispielsweise auch bei uro-onkologischen Erkrankungen wie dem Prostatakarzinom ist, erfahren Sie unter anderem auf den Seiten der Urologischen Stiftung Gesundheit unter dem folgenden Link: https://urologische-stiftung-gesundheit.de/neue-studie-bestaetigt-pflanzliche-kost-bremst-prostatakrebs.

Quelle: Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM)