Die Hitzebelastung für die Spieler bei der Fußballweltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada, die noch bis zum 19. Juli läuft, ist in aller Munde. Doch auch in Deutschland sorgen Hitzewellen immer wieder für Extremtemperaturen. Auch Fans, die hierzulande in heißen Fußballnächten mitfiebern, brauchen daher eine gute Taktik, um fit zu bleiben. Da Hitze auch die urologische Gesundheit beeinträchtigt und Blase, Nieren und Spermien stresst, appellieren Urologinnen und Urologen, im WM-Fieber besonders achtsam zu sein und vor allem ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Lesen Sie im Folgenden, welche hitzebedingten urologischen Erkrankungen drohen und mit welchen Maßnahmen Sie urologisch gesund durch die Fußball-WM kommen.
Hitzebedingter Flüssigkeitsmangel erhöht das Risiko für urologische Erkrankungen
Die gesundheitlichen Folgen von Extremhitze und höheren Durchschnittstemperaturen beschränken sich nicht allein auf vermehrte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern erhöhen u.a. ebenfalls die Risiken für urologische Erkrankungen. Ursächlich ist vor allem ein Flüssigkeitsmangel – ausgelöst durch starkes Schwitzen in Verbindung mit einer zu geringen Trinkmenge.
„Sommerkrankheit Harnsteine“: Große Hitze begünstigt die Steinbildung
So ist in den Sommermonaten das Risiko der Harnsteinbildung besonders hoch: Durch starkes Schwitzen verliert der Körper viel Wasser. Wird dieser Flüssigkeitsverlust nicht durch Trinken ausgeglichen, verringert sich die Urinmenge. Lösliche Salze, die von den Nieren ausgeschieden werden, sind dann in hoher Konzentration im Urin vorhanden. Sie lösen sich schlechter auf und verkleben zu Kristallen, was die Bildung von schmerzhaften Steinen begünstigt. Urologinnen und Urologen warnen daher seit Langem vor der „Sommerkrankheit Harnsteine“.
Hitze befördert Blasenentzündungen
Hitzebedingter Flüssigkeitsmangel kann darüber hinaus Harnwegsinfektionen (Blasenentzündungen) befördern, denn eine geringe Urinmenge führt ebenfalls dazu, dass die Harnwege weniger stark „durchgespült“ werden. Bakterien können sich dadurch leichter in der Harnblase festsetzen und vermehren.
Hohe Temperaturen gehen an die Nieren
Hitze schadet nicht zuletzt auch den lebenswichtigen Nieren: Bei Flüssigkeitsmangel sinkt das Blutvolumen, sodass die Nieren schlechter durchblutet werden und sie ihre Filterfunktion nur eingeschränkt erfüllen können. Es drohen sowohl akute als auch dauerhafte Nierenschädigungen.
Die richtige Taktik lautet ausreichend trinken!
Die wichtigste Maßnahme, um den urologischen Folgen von extremer Hitze vorzubeugen lautet folglich: ausreichend trinken! Urologinnen und Urologen empfehlen 2,5 Liter über den Tag verteilt zu trinken – vorzugsweise Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorlen. Wer wegen einer Herzschwäche oder einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung ärztlich zu einer begrenzten Trinkmenge angehalten ist, sollte diese Vorgabe auch bei Hitze nicht eigenmächtig überschreiten.
Die Farbe des Urins ist ein guter Anhaltspunkt für die richtige Trinkmenge: Ein hellgelber Urin ist ein gutes Zeichen für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Völlig farbloser Urin muss nicht sein und spricht eher für eine unnötig hohe Trinkmenge. Dunkelgelber Urin signalisiert sofortigen Trinkbedarf.
Die vom Dachverband des Fußballs, der FIFA, anlässlich dieser Weltmeisterschaft eingeführten Trinkpausen während des Spiels sind deshalb auch für Fans genau die richtige Taktik, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Und auch das ist wichtig für die nächste heiße WM-Party: Alkohol entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und verschärft das Problem der Dehydrierung.
Hitze beeinträchtigt auch die Spermienqualität
Dass Hitze zudem die Spermienqualität beeinflussen kann, hat jüngst eine große chinesische Studie gezeigt. Demnach gingen heiße Nächte mit einer messbar verringerten Spermienqualität einher. Höhere nächtliche Temperaturen in den Wochen vor der Probengewinnung standen vor allem mit einer geringeren Beweglichkeit der Spermien im Zusammenhang. Der Zusammenhang war statistisch belegt, der Effekt pro Grad aber klein. Angesichts des Klimawandels sollte der Einfluss steigender Temperaturen auf die menschliche Fruchtbarkeit stärker berücksichtigt werden, so die Forschenden.
Mehr zum Thema lesen Sie in einem aktuellen Beitrag hier auf dem Portal der Urologischen Stiftung Gesundheit:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/hitze-senkt-spermienqualitaet/
Fazit:
Hitze beeinträchtigt auch die urologische Gesundheit in Zeiten des Klimawandels zunehmend: Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist die wichtigste Maßnahme, um den urologischen Folgen von extremen Temperaturen vorzubeugen und natürlich auch in heißen Fußball-Nächten angezeigt, damit Fans fit durch die WM 2026 kommen.
Weitere Informationen:
Wichtige Informationen zu Hitzeschutzmaßen finden Sie auf der Website „Klima Mensch Gesundheit“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit:
https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/
Mehr zu Risikofaktoren und Vorbeugung von Harnsteinen lesen Sie hier auf der Website der Urologischen Stiftung Gesundheit:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/harnsteine/
