Urologie geht heute weit über die Praxis hinaus – und erreicht immer mehr Menschen auch digital. Die Urologische Stiftung Gesundheit (USG) setzt gezielt auf moderne Kommunikationsformate, um über Themen wie Blasenkrebs, Vorsorge und Symptome wie Blut im Urin aufzuklären. Im Interview erklärt Projektmanager Richard Falkai, wie medizinische Inhalte verständlich vermittelt werden, warum Social Media eine zentrale Rolle spielen und wie daraus echte Gesundheitskompetenz entsteht.

1. Herr Falkai, was führte Sie ursprünglich zur USG?

Ich bin über meinen beruflichen Weg in der Urologie zur Urologischen Stiftung Gesundheit (USG) gekommen. Nach meinem dualen Studium bin ich nunmehr seit mehreren Jahren in einem urologischen Krankenhaus tätig und habe schnell gemerkt, wie spannend und vielfältig dieses Fach ist. Parallel habe ich mich ehrenamtlich bei der Deutschen Gesellschaft für Urologie engagiert. In dieser Zeit entstand auch eine neue Arbeitsgruppe innerhalb der Urologischen Stiftung Gesundheit und mir wurde empfohlen, dort mitzuwirken. Ich wurde sehr offen aufgenommen und konnte von Anfang an gemeinsam mit Prof. Haas und Dr. Borchers an neuen Inhalten und Formaten arbeiten.

2. Welche Aufgaben hat ein Projektmanager bei der USG?

Die Aufgaben sind sehr vielseitig und genau das macht die Rolle auch so spannend. Ein zentraler Punkt ist die inhaltliche Pflege unserer Website, also sicherzustellen, dass medizinische Informationen aktuell, verständlich und fachlich korrekt bleiben. Gleichzeitig betreuen wir mehrere Kampagnen im Jahr. Das beginnt bei der Sponsorengewinnung und reicht bis zur konkreten Umsetzung mit Agenturen.
Besonders wichtig ist uns dabei die zielgerichtete Ansprache. Wir überlegen sehr genau, wen wir erreichen möchten und wie wir Inhalte so aufbereiten, dass sie im Gedächtnis bleiben. Es geht nicht nur um Information, sondern auch darum, Menschen wirklich zu erreichen und für Themen der Urologie zu sensibilisieren.

3. Sie verantworten u. a. die aktuelle Kampagne zum Blasenkrebs. Mit welchen Fragen wenden sich die Leserinnen und Leser an Sie?

Wir bekommen tatsächlich eine große Bandbreite an Rückmeldungen, vor allem über unsere Social-Media-Kanäle. Viele stellen konkrete medizinische Fragen. Diese können wir teilweise über unser Medical Board – ein Expertengremium aus erfahrenen Urologinnen und Urologen – einordnen, auch wenn eine individuelle Beratung natürlich immer in die Hand des behandelnden Arztes gehört.
Auffällig ist, dass sich viele Nutzerinnen und Nutzer sehr konkret auf Inhalte beziehen, zum Beispiel auf Aussagen aus unserer YouTube-Reihe „Hose runter! Der Uro-Check“. Dort werden Themen oft direkt aufgegriffen und weiter hinterfragt.

Ein Klassiker ist das Thema Blut im Urin. Hier ist unsere Antwort immer klar: Das sollte unbedingt urologisch abgeklärt werden. Genau solche niederschwelligen Hinweise sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

4. Warum sollte aus Ihrer Sicht jeder die Seiten der USG kennen?

Die USG ist in dieser Form aus meiner Sicht wirklich besonders. Sie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Urologie gegründet und vereint ein hochkarätiges Medical Board mit aktuell sieben erfahrenen Urologinnen und Urologen.

Wir setzen auf digitale Aufklärung und bieten medizinische Inhalte, die verständlich, fachlich fundiert und dabei tiefgehend sind. Ergänzt wird das Ganze durch moderne Formate wie unsere YouTube-Serie „Hose runter – Der Uro-Check“, die eine große Reichweite und Akzeptanz hat.

Insgesamt ist die Stiftung für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie medizinische Aufklärung heute funktionieren kann: wissenschaftlich abgesichert, digital präsent und nah an den Menschen.

5. Auf welchen Kanälen ist die USG aktiv und wo kann man mit ihr interagieren?

Neben unserer Website, die überwiegend mobil genutzt wird, sind wir auf mehreren Plattformen aktiv: Instagram, Facebook, YouTube, TikTok und LinkedIn. Jede dieser Plattformen hat ihre eigene Zielgruppe, was sich auch deutlich in der Ansprache widerspiegelt.

Während wir auf LinkedIn vor allem Fachpublikum erreichen, sprechen wir über TikTok eher eine jüngere Zielgruppe an. YouTube ist deutlich gemischter und umfasst sowohl Patienten als auch medizinisch Interessierte.

Der Austausch findet auf allen Kanälen statt und ist uns sehr wichtig. Wir versuchen, möglichst nah an den Fragen und Themen unserer Community zu bleiben und diese auch in unsere Inhalte einfließen zu lassen.
Grundsätzlich freuen wir uns jederzeit über Anregungen und Rückmeldungen unter: mail@uro-stiftung.de

Medizinische Fragestellungen sollten jedoch immer direkt mit dem behandelnden Urologen oder der Urologin geklärt werden.