Viele Männer und Frauen stellen sich ähnliche Fragen, wenn es um ihre urologische Gesundheit geht. Wir wollten es genauer wissen und haben Privatdozent Dr. med. Michael Mathers um seine Einschätzung gebeten. Als erfahrener Urologe beantwortet er im Alltag täglich Fragen zur Früherkennung, Beschwerden und Lebensstil und hat uns die fünf wichtigsten Themen eingeordnet.
Frage 1: Wann sollte man einen Urologen aufsuchen und welche Symptome sind Warnsignale?
Priv.-Doz. Dr. med. Michael Mathers:
Urologische Beschwerden werden oft erst spät ernst genommen. Typische Warnsignale sind Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang ohne entsprechende Urinmenge, Blut im Urin oder Schmerzen in der Nierengegend. Bei Männern können Potenzstörungen oder Hodenschmerzen auf Probleme mit der Prostata oder den Hoden hindeuten, während Frauen bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oder unklaren Unterleibsbeschwerden den Gang zum Urologen nicht scheuen sollten. Regelmäßige Untersuchungen, vor allem ab einem Alter von 45 Jahren, sind empfehlenswert, um ernsthafte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Frage 2: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer vergrößerten Prostata?
Priv.-Doz. Dr. med. Michael Mathers:
Bei einer vergrößerten Prostata, der sogenannten benignen Prostatavergrößerung (BPH), kommen verschiedene Therapien infrage. In leichten Fällen reicht oft eine Beobachtung in Kombination mit einem gesunden Lebensstil. Medikamente wie Alpha-Blocker oder 5-Alpha-Reduktase-Hemmer können helfen, die Symptome zu lindern. Bei stärkeren Beschwerden oder Komplikationen kann eine Operation notwendig sein. Hier stehen klassische Methoden wie die transurethrale Resektion (TURP) oder moderne Laserverfahren zur Verfügung. Die Entscheidung für eine Therapie hängt von individuellen Faktoren ab und wird gemeinsam mit dem Urologen getroffen.
Frage 3: Was sind die häufigsten Ursachen für Probleme beim Wasserlassen?
Priv.-Doz. Dr. med. Michael Mathers:
Die Ursachen für Probleme beim Wasserlassen sind vielfältig. Häufig sind Harnwegsinfektionen der Auslöser, insbesondere wenn es zu Brennen, Schmerzen oder häufigem Harndrang kommt. Anatomische Veränderungen wie eine vergrößerte Prostata oder eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur können ebenfalls verantwortlich sein. Auch Lebensstilfaktoren wie zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder übermäßiger Kaffeekonsum spielen eine Rolle. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen.
Frage 4: Wie läuft eine Früherkennungsuntersuchung beim Urologen ab und warum ist sie so wichtig?
Priv.-Doz. Dr. med. Michael Mathers:
Eine Früherkennungsuntersuchung beim Urologen beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über die Krankengeschichte und mögliche Beschwerden. Anschließend erfolgen meist eine Ultraschalluntersuchung der Prostata und eine Blutentnahme zur Bestimmung des PSA-Wertes. Eine rektale Tastuntersuchung kann ergänzend durchgeführt werden, ist nach der aktuellen S3-Leitlinie jedoch nicht mehr zwingend vorgesehen. Diese Untersuchungen helfen, Erkrankungen wie Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Termine ab dem 45. Lebensjahr sind besonders wichtig, um das Risiko ernsthafter Erkrankungen zu minimieren.
Frage 5: Welche Rolle spielt der Lebensstil für die urologische Gesundheit?
Priv.-Doz. Dr. med. Michael Mathers:
Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko urologischer Erkrankungen erheblich senken. Ausreichend Flüssigkeit, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen die Nieren- und Blasengesundheit. Auch der Verzicht auf übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum ist förderlich. Stressreduktion spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da psychische Belastungen die Blasenfunktion beeinträchtigen können. Insgesamt lohnt es sich, präventiv auf eine gute urologische Gesundheit zu achten.
