Urologische Notfälle
Hodentorsion und Hydatidentorsion
Urologischer Notfall – rechtzeitig handeln, Gesundheit schützen.
Hodentorsion
Die plötzliche Drehung des Hodens und des Samenstranges um seine Längsachse führt zu plötzlich auftretenden starken Schmerzen im Hoden, in der jeweiligen Leiste und evtl. auch im Unterbauch. Der Hodensack schwillt auf der betroffenen Seite an und ist oft stark berührungsempfindlich. Betroffen sind meist Kinder und Jugendliche. Die Drehung vermindert die Durchblutung des Hodens stark oder unterbindet sie sogar völlig. In Abhängigkeit vom Ausmaß der Abnahme der Durchblutung und der Dauer, in der die Verdrehung vorliegt, kommt es zum Absterben des Hodengewebes.
Notwendigkeit einer schnellen Operation bei Hodentorsion
Besteht nach ärztlich-urologischer Behandlung der Verdacht auf eine Hodentorsion, so muss in aller Regel sofort operiert werden: Die Verdrehung des Samenstrangs wird aufgehoben und somit wird die Durchblutung wiederhergestellt. Achtung: Die Hodentorsion muss schnell diagnostiziert und behandelt werden. Schon nach wenigen Stunden ist das Hodengewebe ansonsten dauerhaft so stark geschädigt, dass der Hoden leider entfernt werden muss. Patienten mit einem solchen Beschwerdebild müssen also so schnell wie möglich ärztlich untersucht werden, da die Hodentorsion das verzögerte Aufsuchen eines Arztes nicht verzeiht!
Verwechslungsgefahr mit Nebenhodenentzündung
Es kommt leider vor, dass die Hodentorsion mit einer Nebenhodenentzündung verwechselt wird. Diese wird jedoch völlig anders behandelt und die Behandlung rettet den Hoden nicht.
Hydatidentorsion
Die Hydatide – auch Appendix testis genannt – ist ein kleines Gewebeanhängsel am Hoden, etwa wie der Blinddarm am Darm. Die Hydatide ist jedoch viel kleiner. Bei einer Hydatidentorsion dreht sich dieses Anhängsel um seine eigene Achse. Durch das Abschnüren der Blutgefäße entsteht eine Sauerstoffarmut in der Hydatide und es kommt zu Schmerzen. Der Hodensack kann geschwollen sein und ist druckschmerzhaft bei der Untersuchung.
Symptome und Diagnose der Hydatidentorsion
In manchen Fällen schimmert die geschwollene und teils eingeblutete, teils bereits abgestorbene Hydatide bläulich durch die Haut hindurch. Dies nennt man das Blue dot sign. In der Ultraschalluntersuchung sieht man typischerweise eine geschwollene Hydatide und eine kleine Wasseransammlung um den Hoden herum. Leider ist der Befund nicht immer eindeutig und es ist schwierig, zwischen einer Hydatidentorsion und einer Hodentorsion zu unterscheiden.
Behandlung der Hydatidentorsion
Ist der Arzt bzw. die Ärztin sich sicher, dass „nur“ eine Hydatidentorsion vorliegt, reichen Schmerzmittel und ein Kühlen des Hodensacks aus. Ist jedoch eine Hodentorsion eine mögliche Ursache der Beschwerden, muss umgehend eine Operation zur Freilegung des Hodens erfolgen, um potenzielle Gewebeschäden und einen Funktionsverlust zu vermeiden. In diesem Fall wird die Hydatide dann entfernt.

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Dr. med. Holger Borchers
Prof. Dr. med. Helmut Haas
Geschäftsführer der Urologischen Stiftung Gesundheit gGmbH
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