Urologische Notfälle

Blut im Urin (Makrohämaturie)

Urologischer Notfall – rechtzeitig handeln, Gesundheit schützen.

Blut im Urin (Makrohämaturie)

Makrohämaturie ist der Fachbegriff für sichtbares Blut im Urin. Bereits bei 1 ml Blut in einem Liter Urin ist der Urin rot verfärbt. Im Gegensatz dazu ist bei einer Mikrohämaturie das Blut im Urin nur mittels Test nachweisbar und nicht mit bloßem Auge sichtbar.

Schmerzlose und schmerzhafte Makrohämaturie

Die Makrohämaturie kann schmerzlos oder schmerzhaft sein. Eine schmerzhafte Makrohämaturie, d.h. mit Schmerzen bzw. Brennen beim Wasserlassen, ist typisch für einen Harnwegsinfekt. Auch ein Stein der Niere, des Harnleiters oder der Blase kann eine Ursache sein. Ist Blut im Urin, der Patient verspürt jedoch keine Schmerzen, können Tumoren im Harntrakt oder bei Männern Krampfadern der Prostata zugrunde liegen.

Weitere Ursachen der Makrohämaturie

Durch Operationen im Bereich des Harntrakts kann ebenfalls eine Makrohämaturie ausgelöst werden. Der Urin kann auch eine Rotfärbung haben, ohne dass Blut beigemengt ist: Das ist bei der Einnahme von großen Mengen bestimmter Nahrungsmittel (z.B. Rote Beete) oder bei der Einnahme bestimmter Medikamente der Fall (z.B. Rifampicin).

Dringlichkeit bei ausgeprägter Makrohämaturie und Koagel

Ist die Makrohämaturie sehr ausgeprägt oder sind sog. Koagel sichtbar, sollte eine zeitnahe urologische Vorstellung erfolgen. Ein Koagel ist geronnenes Blut, das wie ein dunkelrotes bzw. schwarzes Klümpchen aussieht. Einzelne, kleine Koagel können in der Regel mit dem Urinstrahl ausgespült werden. Bei großen Mengen an Koageln besteht die Gefahr, dass diese den Blasenausgang verstopfen, die Blase teils oder vollständig ausfüllen und so das Wasserlassen nicht mehr möglich ist. Man nennt diesen Zustand Blasentamponade. Die Blase füllt sich dann weiterhin und beginnt zu schmerzen. Der Harnstau in der Blase kann sich bei zu langem Warten bis in die Nieren fortsetzen und ein Nierenversagen auslösen.

Behandlung der Blasentamponade

Der Urologe legt einen Blasenkatheter ein und spült die Koagel manuell über den Katheter aus. Im Anschluss muss die Blase für einen gewissen Zeitraum weitergespült werden, um eine weitere Koagelbildung zu vermeiden und wieder klaren Urin zu erzielen.

Ursachensuche bei Blut im Urin

Im Weiteren wird dann die Ursache gesucht: Zur Untersuchung, warum Blut im Urin vorliegt, wird zuerst ein Ultraschall der Nieren und der Blase durchgeführt. Ein Urintest kann einen Harnwegsinfekt ausschließen oder bestätigen. Wenn der Urin im Verlauf wieder klar ist und eine gute Sicht in der Blase herrscht, sollte eine Blasenspiegelung durchgeführt werden, um einen Tumor auszuschließen. Je nach Anamnese und bisherigen Befunden sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen notwendig, z.B. eine Computertomografie des Bauchs, mit der der Patient auf einen Tumor der Niere oder des Harnleiters untersucht wird. Ihr Urologe bespricht dies im Einzelnen mit Ihnen.

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