Urologische Notfälle

Akute Blutvergiftung durch eine Infektion im Harntrakt (Urosepsis)

Urologischer Notfall – rechtzeitig handeln, Gesundheit schützen.

Urosepsis: Akute Blutvergiftung durch eine Infektion im Harntrakt

Manchmal entwickeln sich Entzündungen im Harntrakt oder an den (männlichen) Geschlechtsorganen so unerfreulich, dass schließlich die sogenannte Urosepsis vorliegt. Das ist glücklicherweise nur selten der Fall. Sepsis generell ist eine lebensbedrohliche Fehlfunktion von Organen, die durch eine unkontrollierte Antwort des Körpers auf einen Erreger hervorgerufen wird und sofort behandelt werden muss.

Ursachen der Urosepsis

Im Fall einer Urosepsis ist die Ursache eine Infektion des Harntrakts mit einem Bakterium, z.B. E. coli. Liegt parallel zum entzündeten Urin noch eine Abflussstörung mit Harnstau der Niere vor – meist durch ein Steinleiden oder alternativ durch einen Tumor im Harnleiter – so kann sich die Entzündung auf das Nierengewebe (infizierte Harnstauungsniere) und dann auf den gesamten Körper auswirken. Auch eine Entzündung des Nierenbeckens (ohne Harnstau), eine Eiteransammlung in der Niere, eine Entzündung der Prostata oder des Nebenhodens kann sich zu einer Urosepsis weiterentwickeln, falls sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Ebenso kann es in seltenen Fällen nach endoskopischen Eingriffen, z.B. zur Steinentfernung, unter bestimmten Umständen zu einer Blutvergiftung kommen. Patienten mit einer Immunschwäche, mit Diabetes mellitus, unter Chemotherapie oder ältere Patienten haben generell ein höheres Risiko, eine Urosepsis zu entwickeln.

Symptome einer Urosepsis

Patienten haben in der Regel Schmerzen am Ursprungsort der Blutvergiftung (z.B. Schmerzen im Bereich des Hodens bzw. Nebenhodens bei einer Nebenhodenentzündung) sowie allgemeine Beschwerden: Fieber, Schüttelfrost, Schwäche. Im Weiteren können Verwirrtheit und Bewusstseinseinschränkungen vorliegen. Der Patient zeigt einen erhöhten Puls und einen niedrigen Blutdruck, er atmet schneller. Gegebenenfalls kann auch die Urinproduktion verringert sein.

Behandlung der Urosepsis

Zur Behandlung der Urosepsis muss häufig der Kreislauf mittels intensivmedizinischer Behandlung unterstützt werden und schnell ein Antibiotikum gegen den vermuteten Erreger begonnen werden. Die weitere Behandlung erfolgt je nach Ursache der Blutvergiftung. Der Nierenstau mit entzündetem Urin, der z.B. durch einen Stein bedingt ist, muss schnellstmöglich beseitigt werden. Dies geschieht durch eine Harnleiterschiene, die den Urin aus der Niere am Abflusshindernis vorbei entweder in die Blase oder direkt aus dem Körper herausleitet. Alternativ kann auch ein Nierenfistelkatheter (Nephrostomie) zur Beseitigung des Harnstaus eingelegt werden. Dies ist ein dünner Schlauch, der durch die Haut im Bereich der Flanke und durch das Nierengewebe direkt in das Nierenbecken eingelegt wird. So kann der Urin auf direktem Weg aus dem Körper abfließen. Die ursächliche Behandlung, z.B. des Steins oder des Tumors, der den Abfluss behindert hat, erfolgt in einem zweiten Schritt nach Behandlung des Infekts.

Behandlung von Eiteransammlungen

Sollte eine Eiteransammlung der Niere die Ursache sein, muss hier ebenfalls ein Schlauch durch die Haut, eine sog. Drainage, eingelegt und der Eiter abgelassen werden. Entsteht eine Urosepsis aufgrund einer akuten Prostataentzündung, muss ein Bauchdeckenkatheter eingelegt werden und gegebenenfalls vorhandene Eiteransammlungen über einen Schlauch abgelassen werden.

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