„Erste Tele-Robotische Operationen über Kontinente hinweg in Europa“, „Telerobotische Operationen über Länder- und Kontinentgrenzen“, „Urologen operieren quer über den Globus“: Das 15. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Wülfing (oben im Bild) sorgte Ende letzten Jahres für Schlagzeilen. Im Rahmen des Fachkongresses haben Urologen von Hamburger Kliniken aus mithilfe von Tele-Robotik-Systemen erstmals in Europa zeitgleich drei Live-Operationen an Patienten in China, Belgien und Spanien durchgeführt.
Prof. Dr. Christian Wülfing aus dem Medical Board der Urologischen Stiftung Gesundheit (USG):
„Ein europäischer Meilenstein in der Chirurgie“
Prof. Wülfing spricht anlässlich dieser Premiere von einem europäischen Meilenstein in der Chirurgie. Der Chefarzt für Urologie an der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona ist ein renommierter Spezialist für roboter-assistierte Operationen in der Urologie und Mitglied im Medical Board der Urologischen Stiftung Gesundheit. Ihm oblag die wissenschaftliche Leitung des Symposiums im November 2025 in der Hansestadt.
Tele-robotische Krebsoperationen über Tausende Kilometer hinweg
Die urologischen OP-Teams in Hamburg führten während des Symposiums per Konsole und Robotersystem eine Prostatakrebsoperation in Peking sowie im belgischen Aalst und eine Nierenkrebsoperation in Madrid durch. „Wir haben heute vor rund 400 teilnehmenden Expertinnen und Experten gezeigt, dass sich komplexe Eingriffe über Tausende Kilometer hinweg sicher durchführen lassen – in Echtzeit und ohne spürbare Verzögerung. Damit beginnt ein neues Kapitel der robotischen Medizin“, sagte Tagungspräsident Wülfing.
Die neue Technologie erfordert modernste Glasfaser- und Mobilfunk-Infrastruktur
Für die Tele-Robotik ist modernste Glasfaser- und Mobilfunk-Infrastruktur erforderlich. „Die 5G-Netze sind die Basis dieser Entwicklung. Das Signal von der Konsole zum Patienten wird praktisch ohne Zeitverzug übertragen. Nur so kann der Operateur auf kleinste Bewegungen reagieren – als säße er direkt neben dem OP-Tisch“, erklärt der Experte der Urologischen Stiftung Gesundheit.
Welches Zukunftspotenzial steckt in der Tele-Robotik?
Die Tele-Robotik wird nach Prof. Wülfings Worten den Zugang zu hochspezialisierter urologischer Chirurgie erleichtern: „Diese Technologie kann künftig helfen, hochspezialisierte Eingriffe auch dort verfügbar zu machen, wo Expertinnen und Experten bislang fehlen. Sie eröffnet Perspektiven für die internationale Zusammenarbeit, die Ausbildung junger Chirurginnen und Chirurgen und eine verbesserte medizinische Versorgung – in Europa und weltweit.
Welchen Stellenwert haben Roboter-Operationen in der Urologie?
Roboter-assistierte Operationsverfahren an sich, bei denen der Operateur im selben Operationssaal wie der Patient an der Konsole des Robotersystems sitzt, sind hierzulande fester Bestandteil der urologischen Versorgung und gewinnen im klinischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Sie gelten aus krebsmedizinischer Sicht meist als gleichwertig und kommen heute bei Prostatakrebs, Nierenkrebs und Blasenkrebs zum Einsatz.Die robotische Technik kann die Genauigkeit steigern und den Eingriff für Patienten schonender machen, weshalb sie von vielen Patientinnen und Patienten bevorzugt wird. Die Entscheidung für ein offenes, ein laparoskopisches oder ein roboter-assistiertes Operationsverfahren ist aber immer vom Einzelfall abhängig.
Weitere Informationen über Operationsmethoden bei urologischen Krebserkrankungen finden Sie hier auf der Website der USG unter folgenden Links.
Blasenkrebs:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/erkrankungen/blasenkrebs/chirurgische-wege-gegen-blasenkrebs/
Nierenkrebs:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/urologische-therapien/operationsmethoden-beim-nierenzellkarzinom/
Prostatakrebs:
https://urologische-stiftung-gesundheit.de/urologische-therapien/prostataentfernung-bei-prostatakrebs/
