Radfahren ist gesund, hält fit und liegt noch dazu voll im Trend. Doch viele Männer kennen das Gefühl: Nach einer längeren Tour drückt oder zieht es im Intimbereich. Eine aktuelle Studie, vorgestellt auf dem Kongress der European Association of Urology (EAU) in London, hat nun genauer untersucht, wie häufig solche Beschwerden tatsächlich sind – und gibt Entwarnung.
Viele Männer machten mit
Für die Studie wurden gut 200 Männer befragt, die regelmäßig Fahrrad fahren. Im Schnitt waren sie etwa 40 Jahre alt. Die Teilnehmer kamen dabei aus unterschiedlichen Gruppen, vom Freizeitradler bis hin zum Profi. Alle beantworteten Fragen zu ihrem Training, ihrem Fahrrad und möglichen Beschwerden nach dem Radfahren.
Jeder Dritte spürt etwas nach dem Radeln
Im Ergebnis berichtete etwa jeder dritte Mann über Beschwerden im urogenitalen Bereich – also rund um Blase, Harnwege und Geschlechtsorgane. Am häufigsten nannten die Teilnehmer ein Druck- oder Schmerzgefühl im Dammbereich, also zwischen After und Hodensack. Außerdem berichteten einige Männer über:
- Probleme beim Wasserlassen oder beim Sex (etwa jeder Zehnte),
- Schmerzen am Penis (etwa 6 von 100) sowie
- Blut im Urin – medizinisch Hämaturie genannt – ebenfalls bei etwa 6 von 100 Männern.
Meist kein Grund zur Sorge
So häufig die Beschwerden auch sind – in den allermeisten Fällen waren sie leicht und nur vorübergehend. Schwere Probleme traten eher selten auf. Die Studienautoren betonen deshalb, dass Radfahren nicht grundsätzlich schädlich für die Gesundheit in diesem Bereich ist. Die Beschwerden entstehen meist durch den Druck des Sattels und verschwinden wieder, sobald die Belastung nachlässt.
Keine klaren Risikofaktoren gefunden
Die Forschenden wollten auch wissen, ob bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen – zum Beispiel:
- wie oft oder wie lange jemand fährt,
- ob er Profi oder Freizeitsportler ist oder
- welche Art von Fahrrad oder Sattel genutzt wird.
Es ließ sich allerdings kein klarer Zusammenhang erkennen. Beschwerden können grundsätzlich jeden treffen – unabhängig vom Trainingsniveau oder der verwendeten Ausrüstung.
Was bedeutet das für Radfahrer?
Die gute Nachricht: Radfahren ist und bleibt eine gesunde Sportart. Wer gelegentlich Beschwerden spürt, muss sich in der Regel also keine Sorgen machen.
Wichtig ist vor allem, auf den eigenen Körper zu achten. Halten Beschwerden länger an oder treten sie immer wieder auf, kann es sinnvoll sein, dies fachärztlich beim Urologen abklären zu lassen – besonders bei wiederholtem Blut im Urin oder bei wiederkehrenden Schmerzen.
Fazit
Der Sattel kann beim Radfahren Druck im Intimbereich verursachen – etwa jeder dritte Mann bemerkt das auch bei sich. In den meisten Fällen sind die Beschwerden jedoch leicht und verschwinden von selbst wieder.
Insgesamt bleibt Radfahren damit nach derzeitigem Kenntnisstand auch aus urologischer Sicht eine gesunde und empfehlenswerte Form der Bewegung.
Originalquelle
Tasso GT et al., A0291: Bike-saddle and LUTS, bad surprises? EAU26 – 41st Annual EAU Congress, London, 14.03.2026
Autor
Dr. Marcus Mau
