Urologische Notfälle

Nierenverletzung: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Urologischer Notfall – rechtzeitig handeln, Gesundheit schützen.

Was ist eine Nierenverletzung?

Betrachtet man Verletzungen des Harntrakts, so ist am meisten die Niere betroffen. Die Nierenverletzung (Nierenruptur) entsteht überwiegend durch eine stumpfe Gewalteinwirkung, z.B. bei Verkehrsunfällen, Sportverletzungen oder Stürzen. Schuss- oder Stichverletzungen sind in Deutschland selten.

Symptome einer Nierenverletzung

Je nachdem wie die Nierenverletzung zustande kommt, zeigen sich unterschiedliche Beschwerden: Flankenschmerzen, Schürfwunden oder Blutergüsse der Haut an der Flanke oder am Bauch. Der Bauch kann durch die Gewalteinwirkung schmerzhaft und gespannt sein. Der Urin kann blutig sein. Je nach Verletzungsmechanismus treten manchmal auch Rippenbrüche auf. In Abhängigkeit von der Ausprägung der Nierenverletzung oder anderer vorliegender Verletzungen kann sich der Patient im Schockzustand befinden. In diesem Fall muss zuerst der Kreislauf des Patienten stabilisiert werden.

Diagnose einer Nierenverletzung

Zur Untersuchung gehören dann eine Blut- und Urinanalyse. Es wird überprüft, ob durch die Nierenverletzung Blut im Urin ist. Im Blut ist der Nierenwert (Kreatinin) und die Menge des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) von Interesse. Für eine erste Einschätzung einer Nierenverletzung wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Hat der Patient sichtbares Blut im Urin oder finden sich im Ultraschall Auffälligkeiten, wird zur genaueren Untersuchung eine Computertomografie des Bauches veranlasst. Auffälligkeiten sind z.B. eine Flüssigkeitsansammlung um die Niere oder ein Nierenstau. Häufig wird bei Patienten, die z.B. einen Verkehrsunfall bei hoher Geschwindigkeit hatten, bei dem Verdacht auf mehrere Verletzungen an unterschiedlichen Körperstellen eine Computertomografie vom Kopf bis zum Bauch gemacht. In dieser Untersuchung ist dann auch die Niere bzw. der Harntrakt als Ganzes beurteilbar.

Einteilung der Nierenverletzung in Schweregrade

In der Computertomografie wird die Nierenverletzung in Grad I-V eingeteilt. Bei Grad I liegt lediglich eine Nierenprellung mit Blut im Urin oder einem kleinen Bluterguss innerhalb der Nierenkapsel, bei Grad V eine vollständig zerrissene Niere vor. Je nach Ausmaß der Nierenverletzung wird zwischen einer nicht-operativen (konservativen) und einer operativen Behandlung gewählt.

Konservative Behandlung bei Nierenverletzungen

Bei einer geringgradigen Verletzung (Grad I-III) und einem stabilen Kreislauf wird in der Regel eine nicht-operative Behandlung durchgeführt: Hierbei muss der Patient Bettruhe einhalten und Blutdruck, Puls und das Blutbild werden regelmäßig kontrolliert. Unter bestimmten Umständen wird ein Blasenkatheter eingelegt und ein Antibiotikum gegeben. Im Falle einer Urinansammlung außerhalb des Harntrakts (Urinom) muss eine Harnleiterschiene oder ein Nierenfistelkatheter eingelegt werden.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten bei schwereren Verletzungen

Man versucht heutzutage immer mehr, auch bei höhergradigen Nierenverletzungen den Patienten nicht-operativ zu behandeln, um möglichst viel Nierenfunktion zu erhalten. In bestimmten Fällen kann dazu ein radiologisches Verfahren zum gezielten Verschließen eines oder mehrerer Blutgefäße eingesetzt werden (Selektive Embolisation). Hierbei werden von einem Radiologen über einen dünnen Katheter Mikrospiralen oder Gewebekleber vor Ort eingebracht, um so die Blutung zu stoppen. In manchen Fällen ist jedoch eine Operation zum Versuch der Blutstillung im Bereich der Niere bzw. zur Nierenentfernung nicht vermeidbar, z.B. wenn die Blutung so stark ist, dass der Kreislauf nicht stabilisiert werden kann.

Folgen einer Nierenverletzung

Zu den Folgen einer Nierenverletzung gehören: Urinansammlung außerhalb des Harntrakts, Harnstau der Niere mit Funktionseinschränkung oder -verlust, Infektion und Bildung einer Eiteransammlung der Niere, Bluthochdruck.

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